19. Juni 2004: Mozartfest
Artikel vom 23.06.2004
Mozartfest im Dominikanerkloster von Besuchern bejubelt
Veranstaltung des Prenzlauer Kulturzentrums kommt gut an –
Solisten, Dirigenten, Orchester und Chor überzeugen durch Leistung

Prenzlau (dpr) Nicht nur
Solisten, Dirigenten, Orchester und Chor wurden beim Mozartfest
bejubelt. Der Beifall galt auch jenem Komponisten, der Musikfreunden
einen wahren Schatz an Kompositionen hinterließ; der von Kindheit
an auf sich aufmerksam machte, dessen Werkvielfalt so erstaunlich ist,
obwohl er nur 35 Jahre alt wurde. „Mozart. Das bedeutet: die Welt hat
einen Sinn“, schwärmte schon Hermann Hesse. Ins Schwärmen
gerieten auch jene mehr als 500 Gäste, die das Mozartfest im
Dominikanerkloster und in St. Nikolai miterleben durften. Bis zuletzt
hatten die Veranstalter –das Kulturzentrum und Museum
„Dominikanerkloster Prenzlau“ und das Preußische Kammerorchester
– gebangt. „Zum einen war der Ticketverkauf anfänglich doch recht
träge, zum anderen befürchteten wir natürlich, dass das
Wetter nicht mitspielen würde“, gibt
Kloster-Veranstaltungskoordinatorin Ingrid Brun zu. „Letztlich aber
können wir durchweg eine positive Bilanz ziehen“, ergänzt
Jürgen Bischof,
Intendant des Preußischen Kammerorchesters. Denn was den
Gästen geboten wurde, konnte sich sehen lassen: Ein international
besetztes Fest mit einem nahezu repräsentativen Querschnitt durch
Mozarts gesamtes Schaffen – von Jugendwerken bis hin zu denen, die kurz
vor seinem Tode entstanden, von geistlicher Chormusik über
Sinfonik bis hin zu Kammermusikalischem und dem Ausflug in die Welt der
Oper. „Zudem ist es uns gelungen, auch den Menschen Mozart in den
Blickpunkt des Interesses zu rücken“, so Brun. Denn an die
Eröffnungsveranstaltung mit ihrem musikalischen, cineastischen und
literarischen Programm knüpfte am vergangenen Samstag das kleine
Konzert mit Werken von und über Mozart an. Hier durfte sich das
Publikum über eine Begegnung mit Annemone Haase freuen. Die
ehemalige Mimin des Berliner Ensembles las aus Peter Shaffers „Amadeus“.
Begeistert gefeiert
Zu den Höhepunkten des Mozartfestes gehörte zweifelsohne das
Konzert am Samstagabend. Im chorsinfonischen Teil, dargeboten von den
Musikern des Preußischen Kammerorchesters und dem
Uckermärkischen Konzertchor, wurde Solistin Olga Peretyatko
begeistert gefeiert. Die junge aus St. Petersburg stammende Sopranistin
überzeugte durch die Homogenität ihres stimmlichen
Könnens und natürlichen Auftretens. Überaus gelobt wurde
ihr ausgewogener Stimmklang, der sie selbst bei Forte-Stellen nicht
forcieren ließ. Bis in die höchsten Töne faszinierte
sie mit ihrer Leichtigkeit und bot dem Konzertpublikum glasklare
Koloraturen. Die Begeisterung ob des Gebotenen setzte sich im zweiten
Teil des Konzertes fort, als Wenzel Fuchs, Soloklarinettist der
Berliner Philharmoniker, mit dem Klarinettenkonzert A-Dur dem Publikum
eine musikalische Spitzenleistung bot. Dirigenten des Abends waren
Jürgen Bischof und Daniel Inbal.
Den Abschluss des Mozartfestes bildete am Sonntag das Singspiel
„Bastien und Bastienne“. Eigens für die Aufführung im
Friedgarten des Klosters inszeniert, gelang es Regisseur Benedikt von
Bernstorff, mit einem spärlichen Etat ausgerüstet, gemeinsam
mit Nadja Korowina (Sopran) und Christoph Schröter (Tenor) von der
Musikhochschule „Hanns Eisler“ sowie dem Dresdner Sänger Martin
Hensel (Bass) ein zauberhaftes Stück auf die Bühne zu
bringen. Die „Preußen“ wurden bei dieser Aufführung von dem
aus Argentinien stammenden Andrés Tolcachir dirigiert.
Daniel Inbal, Ideengeber für das Mozartfest im Dominikanerkloster,
schwärmte am Sonntag: „Es war wunderbar, wie sich die Idee vom
Papier in die Realität verwandelte.“ Das Wetter habe gestimmt, die
Besucher zeigten sich begeistert. „Wir haben es geschafft, die ganze
Breite von Mozarts Schaffen in diesem Fest zu vereinen. Es wurden
musikalische Spitzenleistungen geboten, auf die wir durchaus stolz sein
dürfen, dass wir sie in Prenzlau präsentieren konnten“, so
Preußen-Intendant Bischof.
Ingrid Brun freute sich vor allem darüber, dass am Ende beinahe
alle räumlichen Möglichkeiten, die das Kloster bietet, in das
Fest einbezogen wurden. „Mit dem Mozartfest konnten wir, und dies ist
nicht zu unterschätzen, weit über die Region hinaus auf unser
Haus aufmerksam machen.“ Denn die Besucher des Festes kamen aus ganz
Brandenburg und Berlin.
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