18./19. Dezember 2004: Weihnachtskonzerte
Artikel vom 20.12.2004
Fröhlich dargereichte Häppchenkost
Weihnachtskonzert mit Uckermärkischem Konzertchor Prenzlau
von unserem Mitarbeiter Peter Buske


Prenzlau. Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern
auch der Uckermärkische Konzertchor zu den Prenzlauern, um nunmehr
bereits seit zehn Jahren mit seinen Sangesgaben auf das bevorstehende
Schenkefest einzustimmen. Was insofern nicht von der Hand zu weisen
ist, weil bekanntlich die drei Weisen aus dem Morgenland das Neugeborne
reich beschenkten. Mit abwechlungsreichen Präsenten - geistlichen
Gesängen, weltlichen Weise und Instrumentalstücken - sparrte
auch die Sängerschar unter Leitung von Jürgen Bischof bei
ihren vier ausverkauften Auftritten am Wochenende in der Prenzlauer
Nikolaikirche nicht. Unterstützung erfuhr sie von Mitgliedern des
Jugendchores am Städtischen Gymnasium und des Preußischen
Kammerorchesters unter Bogenführung seines Konzertmeisters Mark
Lambert.
Festlich und strahlend, mit glanzvollem Trompentengeschmetter (Andras
Verpeleti) und wirbelnden Pauken wirkungsvoll angereichert, zeigte sich
der Rahmen des bunt gemischnte Programms. Das Entree bildete Johann
Sebastian Bachs "Lobe den Herren, den mächtigen König der
Ehren", während Georg Friedrich Händels "Freu dich, o Welt"
wie gewohnt den festlichen Ausklang bestimmte. Dazischen erklangen a
cappella vorgetragene oder orchesterbegleitete Chorsätze, darunter
auch Ausschnitte aus der "Christvesper" von Rudolf Mauersberger. Zur
zusätzlichen Abwechlsung spielte Mark Lambert mit wenig
geigerischem Charme das "Winter"-Largo aus Vivaldis
"Jahreszeiten"-Zykus und blies Andras Verpeleti die barocke,
trillergespickte und jubilierende D-Dur-Sonate von Carlo Tessarini.
Künstlerisch überzeugend
Weihnachtskonzert 2004Wenn die Erinnerung nicht trügt, war des
Konzertchores Singen das künstlerisch bislang überzeugendste.
Die frischen Stimmen der Gymnasiasten verschmolzen mit denen der nicht
minder klaren und sauber intonierenden Erwachsenen zu einem hell
getönten und bestechend leuchtkräftigen Chorklang. Und als es
in einem Satz hieß: "... lassed den Lobgesang hören", so war
dem nicht zu wiedersprechen. Stets wurde mit Begeisterung gesungen. Und
mit dem Herzen. Erstaunlich unbefangen und höhensicher stimmte die
Chrosolistin Claudia Schröter (Sopran) zusammen mit der
Sängergemeinschaft das "Panis angelicus" von Cesar Frank an.
Erfreulich zu hören, wie dieses Stimmenkollektiv über die
Jahre hinweg künstlerisch gewachsen ist. An seiner
Textverständlichkeit kann sich so mancher Profichor denn auch eine
Scheibe abschneiden.
Beim gemeinsamen Singen bekannter Weihnachtslieder tönte es
dagegen wie "Alle Jahre wieder" leider nur sehr zögerlich aush den
Kehlen des Publikums, dessen großer Teil erneut stumm blieb.
Dafür feierte es alle Mitwirkenden mit anhaltendem Applaus und
forderte es zu Zugaben heraus: Georg Friedrich Händels
"Halleluja"-Chor und den bewegend angestimmten, Freude und Friede
beschwörenden Gesang "Sind die Lichter angezündet".
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