Klostergartenkonzert: 11. Juni 2010
Prenzlauer Zeitung vom 15.06.2010
Besucherrekord zum Auftakt
Magnet: Die Musik zur Abendstunde des Uckermärkischen
Konzertchores lockt seit Langem die Zuhörer an, und das nicht nur
aus Prenzlau.

Von Lisa Martin
Prenzlau. Der Auftakt des 11. Kultursommers im Klostergarten war
furios. Mit nahezu 600 Gästen erreichte die „Musik zur
Abendstunde“ einen Besucherrekord. Und das bei phantastischem Wetter.
„In den letzten Jahren mussten wir oft in die Nikolaikirche ausweichen.
Ein gewisses Bangen im Vorfeld war auch diesmal dabei“, sagt
Jürgen Bischof, musikalischer Leiter des Uckermärkischen
Konzertchores, der mit dem Friedgartenkonzert schon bevor es den
Kultursommer gab, eine Reihe begründete, die an Beliebtheit –
neben den Weihnachtskonzerten – nicht zu übertreffen ist.
Das Konzert ist längst nicht mehr nur für die Prenzlauer
Besuchermagnet. Weit über die Kreisstadt hinaus machen Chor und
Preußisches Kammerorchester damit Werbung für die Stadt und
das Kloster. Das zeigte sich einmal mehr auch in diesem Jahr. Erneut
war es Bischof gelungen, mit einem perfekt auf das Ambiente des
Friedgartens abgestimmten Programm das Publikum zu begeistern. So waren
es im ersten Teil vor allem die konzertanten und madrigalen Werke, die
mit ausgiebigem Beifall bedacht wurden. Anspruchsvolle Chorsätze
standen im Wechsel zu ausgewählten Instrumentalwerken. Der
vielfach international ausgezeichnete Aaron Dan (Querflöte)
brillierte unter anderem mit Johann Sebastian Bachs „Badinerie“ und
Aiko Ogata (Violine) faszinierte mit dem Presto aus Antonio Vivaldis
„Sommer“ der „Vier Jahreszeiten“, während Eugen Moldovan (Violine)
zum 200. Geburtstag von Robert Schumann dessen „Der
Bänkelsänger Willi“ überzeugend darbot.
Das Publikum erlebte ein Konzert, das Chor und Instrumentalisten zu
Höchstleistungen herausforderte, die sie bravourös
meisterten. Sätze wie „Kommt, ihr G’spielen“ aus Melchiors Francks
Singspiel „De actu Oratio“ oder „Bring wieder Freud in alle Seelen“ aus
der Oper „Julius Caesar“ von Georg Friedrich Händel mit den
Solisten Claudia Träger (Sopran) und Martin Märkel (Bass)
gehörten ebenso wie die von Karin Weber (Mezzosopran)
vorgetragenen Auszüge aus Christoph Willibald Glucks „Orpheus und
Eurydike“ zu den Glanzlichtern des Abends, der getragen von den leiser
werdenden Gesängen der Choristen, beim Kerzenschein in die Nacht
hinüberglitt.
Die Komplimente, die die Akteure bekamen, spiegelten die Begeisterung
eines beeindruckten Publikums wider. Fern aller
Höflichkeitsfloskeln kam hier zum Ausdruck, dass es jedes Mal aufs
Neue gelingt, ein Format zu erhalten und weiterzuentwickeln, das immer
mehr Freunde findet. „Dabei ist es stets neue Herausforderung, die
Ansprüche zu erfüllen“, meint Bischof, der die Leistungen der
Choristen, der Solisten und des Orchesters hervorhebt. „Die
Darbietenden sind sich des Ehrgeizes, der mit diesem Konzert verbunden
ist, absolut bewusst und erfüllen ihn.“ Und so erfüllte sich
der Wunsch von Bürgermeister Hendrik Sommer, dass man dieses
Konzert genießen und sich an der Musik erfreuen möge. Bei
Wein, kredenzt von Weinhändler Christian Soyeaux, genoss man den
Ausklang des Abends.
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